HENRY JEANNOIRE - GEDICHT: DER WIND
Manche Dinge sollte man einfach belassen, wie sie sind. Das gilt auch für Menschen. Wenn man zu sehr versucht, auf sie einzuwirken und sie zu verändern, verlieren sie vielleicht ihre Ursprünglichkeit und verändern ihr Wesen.
DER WIND
Du siehst ihn und du hörst ihn nicht,
nur ein Hauch streift dein Gesicht.
Oh, wie gern willst du ihn fassen,
da hat er schon den Raum verlassen.
Ungesehen, wie er kam
und dir fast den Atem nahm,
ist er wieder weggegangen,
ohne Rücksicht auf Verlangen.
Ein schöner Wind, der nicht mehr weht,
wenn er in einem Raume steht.
Wenn du ihn fängst, mit sehr viel List,
erkennst du nicht mehr, wer er ist.
Fühlen und Gefühle spüren
ohne etwas zu berühren.
Sag' mir, allerschönstes Kind,
liebst du mich oder den Wind?
HENRY JEANNOIRE - GEDICHT: DER WIND