HENRY JEANNOIRE - GEDICHT: DER KÖNIG
Es bedarf oftmals Orte der Ruhe und Entspannung, um so richtig ins Träumen zu kommen und seiner Fantasie freien Lauf lassen zu können.
DER KÖNIG
Gelangweilt sitzt du auf dem Thron,
die Untertanen warten schon.
Bald wirst du über Wiesen schreiten,
dein Volk wird dich dabei begleiten.
Du wirst sie führ'n mit starker Hand
in ein weites, fernes Land.
Wo du einst hergekommen bist,
dich durchgekämpft hast mit viel List.
Dort, wo deine Ahnen wohnen
willst du dein Volke reich entlohnen.
Du wirst auf diese Berge steigen
und ihnen deine Burgen zeigen.
Du warst der Herrscher in dem Land,
hast jede schöne Frau gekannt.
Die Massen lagen dir zu Füßen
du konntest leben, lieben, küssen.
Draußen hörst du lautes Lachen,
man sagt, du sollst die Tür aufmachen.
Wer redet mit dem König so?
Du merkst, du sitzt nur auf dem Klo.
Hast Dünnpfiff auf den Weg gebracht
und ein Nickerchen gemacht.
Doch die Familie will nun bald
mit ihrem "König" in den Wald.
HENRY JEANNOIRE - GEDICHT: DER KÖNIG